Zielsetzung

Das Projekts Botschafter des Globalen Lernens des Weltladen Fürth möchte Flüchtlinge mit jungen Menschen zusammenbringen:

  • durch Interviews, die im Schulunterricht oder Gruppenstunden als Grundlage für die Auseinandersetzung mit Flucht und Asyl dienen
  • durch Workshops, die Flüchtlinge/MigrantInnen als „Botschafter des Globalen Lernens“ ähnlich wie Zeitzeugen anbieten
  • durch eine ausleihbare Plakatausstellung mit Portraits und Statements von Flüchtlingen
  • durch ergänzende Infos für Lehrerinnen und Lehrer

„Flucht und Migration“ soll im direkten Kontakt und durch die Lebensgeschichten der Interviewten nachvollziehbar werden.

Geflohene und andere MigrantInnen werden als „Botschafter des Globalen Lernens“ qualifiziert. Wie erzähle ich meine Geschichte? Welche Bilder kann ich unterstützend einsetzen? Wie schütze ich mich vor Fragen, die mich verletzten können? Wie wird die Unterrichtseinheit spannen?… all diese Fragen heben im Vorfeld die Mitarbeiterinnen des Weltladen Fürth mit den neuen „Botschaftern“ geklärt. Diese bringen ihre persönliche Geschichte dann bei Veranstaltungen vor allem in Schulen ein. Wegen der sprachlichen Barrieren eignet sich das Projekt für Jugendliche und Erwachsene, die schon relativ gut englisch sprechen, ab circa 14 Jahren.

Entwicklungspolitischen Themen werden aus einer ganz persönlichen Sichtweise vermittelt: Zusammenbruch der Gesellschaft im Krieg, unterbezahlte Arbeit, die ein menschenwürdiges Leben nicht zulässt, fehlende Meinungsfreiheit und politische Verfolgung, Unterdrückung von Frauen, Diskriminierung Behinderter, Verschlechterung der Lebensbedingungen durch den Klimawandel, all das sind Themen, über die Flüchtlinge und Migranten aus eigener Erfahrung berichten können. Was als Sustainable Development Goals, Armutsbekämpfung, Krisengebiet oder Menschenrechtsverletzung sonst oft in der Ferne bleibt, kommt durch die direkt weitergegebene Erfahrung greifbar nahe.

Die MigrantInnen bringen ihre persönliche Geschichte ein und helfen so nicht nur globale Problemfelder zu verstehen sondern auch die Distanz und Ängste zwischen Einheimischen und Zugezogenen abzubauen. Durch ihre Beteiligung im Projekt lernen sie ein Engagementfeld in Deutschland kennen und erhalten Anerkennung. Ihre Deutschkenntnisse konnten alle Beteiligten in diesem Zeitraum deutlich verbessern, durch Deutschkurse und den Austausch mit deutschen Muttersprachlern. Für die 90minütigen Unterrichtseinheiten wird ihnen zudem ein Honorar gezahlt.

Anknüpfend an die Veranstaltungen haben wir auch Interviews zu den Migrationsgeschichten von Menschen in der Metropolregion hier veröffentlicht und stellen sie für das Globale Lernen vor Ort zur Verfügung.

Das Projekt hatte eine LAufzeit von Juni 2015 bis Ende 2016. Ab 2017 werden einige der ReferentInnen ihre Besuche in Schulen weiterhin anbieten. Es wurden 14 Flüchtlinge interviewt und 4 als ReferentInnen ausgebildet.

Gefördert von  LogoBrotfürdieWelt BMZ_CMYK_de